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Die christliche Gesellschaft krankt an einem permanenten Werteverfall

Ulrike Metzler in den Vorarlberger Nachrichten


Gefahr für das christliche Abendland


In seinem Kommentar in den VN vom 12. 1. 2015 schreibt Hanno Loewy

in Bezug auf die Terroranschläge in Paris, es bestehe keine Gefahr für das

christliche Abendland als vielmehr für die plurale Gesellschaft.


Was er dabei übersieht, ist, dass die Islamisten längst Bestandteile unserer

pluralen Gesellschaft sind. In einer homogenen Gesellschaft gibt es keine

Terroranschläge! Das Aufeinanderprallen einer dekadenten christlichen,

die an einem permanenten Wertezerfall krankt, mit einer islamistischen

Gesellschaft, die durch ein enormes Sendungsbewusstsein gekennzeichnet ist, produziert solche Anschläge. Zu denken, dass Al-Kaida, IS-Bewegung und Boko Haram durch polizeiliche und militärische Maßnahmen aufzuhalten seien, ist schlichtweg naiv.


Gut 30 Jahre ist es her, dass der namhafte österreichische Karikaturist Dieter Zehentmayr gewarnt hat: „Während das Christentum erschlafft, entwickelt der Islam ein enormes Sendungsbewusstsein. Das ist eine bedenkliche Schieflage.“


Zu konstatieren ist, dass die Kirche aufgrund einer verschwommenen

Lehre, durchsetzt von einem theologisch nicht haltbaren Opportunismus,

zuerst die Intellektuellen, dann die Jugend und schließlich alle Gesell-schaftsschichten verloren hat. Dem Appell zweier Päpste zur Neu-

Evangelisierung wurde nicht entsprochen.


Eine Gesellschaft, deren Werte auf Freiheit und Toleranz reduziert sind, ist ziel- und perspektivlos und kann somit keinen Bestand haben. Hier liegt die Wurzel des Problems.


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